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Sissi

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Jeder kennt die alten Romy Schneider-Filme mit der blutjungen bezaubernden Kaiserin von Österreich. Doch hinter der kitschigen Traumkulisse verbarg sich ein ganz anderes, interessantes Leben:

Geboren am Heiligabend 1837 in München als Elisabeth Herzogin von Bayern lernte sie als 16-Jährige ihren Cousin, den Kaiser Franz Joseph von Österreich, kennen, der eigentlich mit ihrer Schwester Helene vermählt werden sollte. Dieser war auf der Stelle von ihrer Schönheit hingerissen und heiratete sie noch bevor sie 17 wurde.Das höfische Ritual erdrückte sie: “Ich bin erwacht in einem Kerker und Fesseln sind an meiner Hand“.

Für die damalige Zeit war sie mit ihren 1,72m sehr groß. Außerdem war sie superschlank und ließ sogar Sportgeräte im Palast aufstellen, was ihr den Spott des Hofes einbrachte. Um ihre Wespentaille zu halten, machte sie enorme Fastenkuren (rohe Eier, eiskalte Milch, Saft von rohem Ochsenfleisch) und stundenlange Märsche. Allein die Pflege ihrer meterlangen Haare dauerte täglich mehrere Stunden. Doch neben ihrer auffallenden Schönheit widmete sie sich auch den schönen Künsten, lernte Fremdsprachen und verehrte Heinrich Heine, Schopenhauer, Goethe und Shakespeare. Auch das traf auf Unverständnis, den man widmete sich in Wien lieber dem Tanzen.

Die Abwesenheit ihres Mannes (Italienfeldzug 1859) und seine permanente Untreue führte dazu, dass sie starke Raucherin wurde und auch Kokain nahm. Das war damals in Mode, denn der junge Siegmund Freud hatte es gegen allerlei seelische Krankheiten empfohlen. Dadurch bekam sie so schlechte Zähne, dass sie diese meist mit ihrem Fächer verbarg, was als anmutige Geste interpretiert wurde, und bei Gesprächen kaum die Lippen öffnete, also kaum zu verstehen war. Doch noch immer galt sie als „die schönste Frau Europas“.

Sissi flüchtet sich in Krankheiten, um ausgedehnte Reisen zu unternehmen (unter Anderem nach Madeira, Korfu – wo sie sich in einer Taverne einen Anker auf die Schulter tätowieren ließ - und Venedig). Dies verstärkte sich noch nach dem Selbstmord ihres Sohns Rudolf im Jahr 1889. Nunmehr wollte sie sich nicht mehr porträtieren (oder fotografieren) lassen, um ihre verblassende Schönheit nicht öffentlich zu machen. Fortan trug sie nur noch schwarze Kleidung, verbarg sich hinter Schirmen und wurde deshalb vom Volk „Die schwarze Frau“ genannt.

Am 10. September 1898 wird sie kurz vor der Besteigung eines Dampfers in Genf von einem italienischen Anarchisten mit fünf Stichen einer angespitzten Feile erstochen.

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© Reinhard Walter

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